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Die verschiedenen Berufe, die Politologen in der Privatwirtschaft offenstehen, zählen sicherlich zu den finanziell einträglichsten, jedoch zugleich auch zu den arbeitsintensivsten und unsichersten, da eine feste Anstellung über Jahre hinweg in diesem Feld eher ungewöhnlich ist. Allerdings ist dies nicht rein negativ zu sehen, denn die Flexibilität in der Privatwirtschaft ist dafür extrem hoch und "Jobhobbing" die Regel, was praktischerweise ermöglicht relativ einfach zu einer besser bezahlten Stelle bzw. in eine andere Stadt oder gar ein anderes Land zu wechseln. Die unter Privatwirtschaft fallenden Berufe zählen vorwiegend zum Dienstleistungsbereich, in dem man für eine Firma arbeitet, die bestimmte Dienstleistungen, wie z.B. Beratung für Unternehmen anbietet.

  1. Personalberatung
  2. Personalwesen
  3. Projektmanagement
  4. Existenzgründung
  5. Unternehmensberatung
  6. Weblinks

1. Personalberatung

Personalberater (z.T. auch Headhunter genannt) übernehmen im Auftrag von Unternehmen die Aufgabe geeignete Fach- bzw. Führungskräfte für freie Stellen im Betrieb zu finden. Dazu analysieren sie die Stelle mit ihren Anforderungen und erstellen aus diesen Ergebnissen ein konkretes Anforderungsprofil für die zu besetzende Position, woraus sich wiederum ein spezifisches Bewerberprofil ableiten lässt. Anhand dieses Profils erarbeiten sie Stellenanzeigen und wählen in Bewerbungsgesprächen aus den Bewerbern den am besten geeigneten aus.

 

1.1 Anforderungen

Dank des im Studium erlernten analytischen Auswertens sind Sozialwissenschaftler in diesem Bereich durchaus gefragt, vor allem da sie zusätzlich in der Regel über eine ausgeprägte soziale Kompetenz verfügen. Wer nicht von Haus aus über gute Menschenkenntnisse verfügt, sollte idealerweise zusätzlich psychologische Grundkenntnisse erwerben. Zusätzliche Kenntnisse in Wirtschaftswissenschaft sind nicht zwingend, können aber förderlich wirken, ebenso wie ein Praktikum während des Studiums, um Kontakte zu einem Personaldienstleistungsunternehmen bzw. einer Personalberatungsgesellschaft zu knüpfen, die nach dem Studium etwaige Arbeitgeber werden könnten.


1.2 Verdienst

Der Verdienst in diesem Bereich variiert stark, da er von diversen Faktoren, z.B. der Qualifikation, der Berufserfahrung, dem Verantwortungsbereich, dem Unternehmen und auch dem (Bundes-)Land abhängig ist. Im Durchschnitt liegt er jedoch bei ca. 42.000 Euro im Jahr bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von ca. 40 Stunden (ebenfalls variabel).


2. Personalwesen

Das Personalwesen wird auch als Personalmanagement, Personalwirtschaft oder Human Resource Management bezeichnet und ist im Gegensatz zur Personalberatung in der Regel unternehmensintern angesiedelt. Dieser Bereich widmet sich dem Personal als Produktionsfaktor, da wirtschaftliche und soziale Prozesse Hand in Hand gehen.

Das heißt, dass nicht nur die Werterhaltung per Erhaltung der Arbeitsplätze und eines ausreichenden Lohnniveaus, sondern auch die Wertschöpfung, im Sinne von höherer Arbeitsproduktivität und geringerer Personalkosten in diesen Aufgabenbereich fallen. Dabei lässt sich die Wertschöpfung verbessern, indem man die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsklima im Betrieb verbessert, da eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit zu höherer Arbeitseffizienz, Arbeitsmotivation, mehr Kreativität, längerer Betriebszugehörigkeit, verminderten Fehlzeiten und erhöhter Attraktivität für hochqualifizierte Mitarbeiter und Interessenten führt, was geringere Kosten und bessere Leistungen fördert.

Dabei gliedert sich das Personalwesen selbst nochmals in verschiedene Bereiche, die je nach größe des Unternehmens sogar strukturell getrennt sind, auch wenn sie alle Hand in Hand arbeiten.

Dazu zählen z.B.:

  • die Personalführung, die sich vor allem mit der Einbindung und Motivation der Mitarbeiter und Führungskräfte für die Aufgaben des Unternehmens befasst;
  • die Personalplanung, die den künftigen Bedarf an Arbeitskräften plant;
  • die Personalbeschaffung, die je nach zu besetzender Position auch von externen Headhuntern übernommen wird;
  • die Personalentwicklung, die sich mit dem Erhalt und der Verbesserung der Qualifikation der Mitarbeiter, z.B. per Weiterbildungen kümmert.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ist essentieller Bestandteil des Personalwesens, um das Arbeitsklima zu verbessern und Verbesserungswünschen der Belegschaft nachgehen zu können. Dazu kommt natürlich noch die Personalverwaltung als administrativer Bereich, der den Schriftverkehr mit Behörden, das Anlegen von Personalakten, Abrechnungsaufgaben etc. betrifft sowie das Lohn-/ Gehaltswesen und die Personalbetreuung.

 

3. Projektmanagement

Projektmanager bzw. Projektleiter sind in Unternehmen aller Branchen tätig, ihre Aufgabe liegt darin Projekte von der Konzeption bis hin zur abschließenden Ausführung zu bearbeiten und zu koordinieren. Dabei müssen sie in steter Kommunikation mit dem Auftraggeber stehen und dessen Vorgaben bzw. Wünsche berücksichtigen. Ein Projekt könnte beispielsweise die Markteinführung eines neuen Produktes sein, oder die Organisation einer großen Ausstellung, von der anfänglichen Idee, der Namensfindung (bzw. Orts-/ Datumsfindung), der Gestaltung, der Werbung bis zur abschließenden Präsentation.

 

3.1 Anforderungen

Je nachdem in welcher Branche man vorzugsweise Projekte bearbeiten möchte sind ausgesprochene Affinität zu und gute Kenntnisse über diesen Bereich nötig, unter Umständen auch eine Weiterbildung, in der man sich auf das entsprechende Fachgebiet spezialisiert. Erfahrungen im Projektmanagement und Organisationstalent sind fast unerlässlich, zumindest sollte man schon vor Berufseinstieg Erfahrungen mit der Organisation und Ausführung konkreter Projekte gesammelt haben, z.B. durch Projektmanagementseminare an der Hochschule oder Vereinsarbeit.

 

3.2 Verdienst

Je nach Qualifikation, Berufserfahrung und Unternehmen stark schwankend, im Durchschnitt liegt man jedoch bei ca. 48.000 Euro im Jahr bei ebenfalls stark variierender wöchentlicher Arbeitszeit von ca. 45 Stunden.

 

3.3 Erfahrungsberichte

Projektmanager bei NGO

 

4. Existenzgründung

Eine Möglichkeit die wahrscheinlich die wenigsten Politologen in Betracht ziehen ist die Existenzgründung nach dem Studium, da die Selbstständigkeit allgemein als zu unsicher angesehen wird. Jedoch kann man sich hier eine Branche aussuchen, die dem persönlichen Gusto entspricht, ohne zuvor eine tiefgreifende zusätzliche Ausbildung zu absolvieren, man muss nur eine gute Idee haben, die eine bis dato unbesetzte Nische abdeckt.

 

4.1 Anforderungen

Man sollte nicht erst nach Ende des Studiums darüber nachdenken sich selbstständig zu machen, den Grundstein dafür legt man am besten schon während des Studiums, da nichts von heute auf morgen aus heiterem Himmel zur gewinnbringenden Sache heranwächst. Vor dem Erfolg eines Produkts, einer Dienstleistung oder anderem steht immer erstmal eine Karenzzeit, in der die Ausarbeitung und Bekanntmachung stattfinden müssen, die meist eher verlust- als gewinnbringend ist, bevor mit dem Durchbruch auch der finanzielle Erfolg kommt. Zumindest etwas Ahnung von Betriebswirtschaft sollte man überdies haben, wenn man plant sich selbstständig zu machen.

 

4.2 Verdienst

Da man sich in den unterschiedlichsten Bereichen und mit den verschiedensten Ideen verselbstständigen kann, gibt es hierfür keine verallgemeinernden Angaben, zumal der Verdienst immer auch vom Erfolg abhängig ist.

 

5. Unternehmensberatung / Consulting

Für Betriebe in allen Wirtschaftszweigen arbeiten Unternehmensberatungsfirmen, deren Mitarbeiter die Prozesse und Strukturen in Unternehmen analysieren, mit dem Ziel deren Effizienz zu erhöhen oder den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu erhalten und auszubauen. Unternehmensberater beraten die Betriebe also in unterschiedlichen Fragestellungen, z.B. bezüglich deren Strategie, organisatorischen Prozessen oder möglichen Veränderungsprozessen. Arbeitgeber sind unter anderem die großen Unternehmensberatungsfirmen, wie z.B. McKinsey & Company Inc. oder The Boston Consulting Group GmbH.

 

5.1 Anforderungen

Zusatzkenntnisse in Wirtschaftswissenschaft sind zwar von Vorteil, jedoch ist es nicht wie weitgehend angenommen so, dass nur BWLer und VWLer als Unternehmensberater eingestellt werden. Im Gegenteil, gerade Geisteswissenschaftler mit ihren analytischen Fähigkeiten und Sozialkompetenzen sind bei den großen Unternehmensberatungen gefragt. Zumal diese jeden Wirtschaftsbereich abdecken und daher auch Berater mit spezialisiertem Fachwissen benötigen. Praktika bei einer Beratungsfirma vor Berufseinstieg sind obligatorisch, am besten während des Studiums. Zusätzliche Fremdsprachenkenntnisse nebst Englisch sind von erheblichem Vorteil und man sollte sehr belastbar sein, da lange Arbeitstage eher die Regel als die Ausnahme sind.

 

5.2 Verdienst

m Unternehmensberatungsbereich kann man sehr viel Geld verdienen, wenn man lange genug bei einer Firma arbeitet, als Einsteiger (Junior-Consultant) kann man duchschnittlich mit etwa 44.000 Euro im Jahr rechnen, sollte sich jedoch auch auf ca. 50 Stunden Arbeitswochen einstellen. Die Aufstiegszeiten sind dafür mit im Schnitt 2 Jahren recht kurz und die Aufstiegschancen hoch.

 

5.3 Erfahrungsberichte

Mitarbeiterin bei Unternehmensberatung

Promotion/ Teilzeit in PR-Abteilung von Unternehmensberatung

 

6. Weblinks

Personalberatung

  • Mit Gespür und Taktgefühl
    Artikel im Hochschulanzeiger zum Berufsfeld Personalberater: was macht ein Personalberater? bei wem arbeitet ein Personalberater? welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Personalwesen



 


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