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Wissenschaft und Forschung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Henrik Gast   

I. Voraussetzungen / Qualifikation:

Eine naheliegende Perspektive liegt für den Politikwissenschaftsstudenten nach dem beendeten Studium darin, die begonnene wissenschaftliche Karriere fortzusetzen. Möglichkeiten bieten hierfür in erster Linie die universitären Hochschulen und unterschiedliche Forschungsinstitutionen. Um eine Chance auf eine permanente Anstellung zu bekommen, werden meist gute bis sehr gute Leistungen im Studium erwartet. Dabei ist es von Vorteil, wenn die Schwerpunktsetzungen (Thema der Magister- oder B.A.-Arbeit) denen des Lehrstuhls resp. der Forschungsinstitution entsprechen. Auslandserfahrungen – am besten an prominenten Universitäten – sind in jedem Fall förderlich. Sprachkenntnisse, die über das obligatorische Englisch hinausgehen, gehören nicht überall zu den Muss-Erwartungen. Wer jedoch seinen Schwerpunkt auf entsprechende Forschungsgebiete legt, sollte frühzeitig beginnen, sich die nötigen Sprachkenntnisse anzueignen. Neben den formalen Qualifikationen sollte sich ein Examinierter nur dann für die Richtung Wissenschaft und Forschung entscheiden, wenn er die nötige innere Motivation und Disziplin für die langatmige Arbeit der Forschungstätigkeit aufbringt.

 

2. Einzelne Berufsbereiche:

Bei einer formalen Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität wird die Tätigkeit des Forschens dadurch aufgelockert, dass Seminare, Grundkurse oder Übungen abgehalten werden (bei einer vollen Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter fünf Stunden pro Woche; Abweichungen je nach Bundesland). Hier wird erwartet, dass der Dozent den zu lernenden Stoff angemessen erklärt und das Gruppengespräch moderiert. Ferner können Absolventen sich natürlich auch ohne feste Anstellung der Forschung zuwenden und bei einem Doktorvater promovieren. Dies hat zwar den Nachteil, dass in den meisten Fällen eine Bewerbung bei einer Stiftung notwendig ist, um die finanzielle Versorgung zu sichern; allerdings hat es im Gegenzug den Vorteil, dass sich der Absolvent sich ausschließlich seiner Dissertation zuwenden kann. In jedem Fall sollte der Absolvent darauf achten, dass ein menschlich und fachlich gutes Verhältnis zu dem Doktorvater resp. Vorgesetzten vorliegt, da bei nahezu jedem Projekt eine intensive Begleitung notwendig ist. Ein Betätigungsfeld bieten neben den staatlichen Hochschulen unterschiedliche Forschungsinstitutionen, wie etwa (ausgewählte Beispiele)

  • das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung;
  • das GIGA-Institut für Lateinamerika-Studien;
  • die Stiftung Wissenschaft und Politik;
  • die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik;
  • das Europäische Zentrum für Föderalismus-Forschung.

Die Aufgaben an diesen Forschungsinstitutionen werden sich unterscheiden. In den meisten Fällen wird die Forschung gegenüber der Lehre ein stärkeres Gewicht erfahren als an den universitären Hochschulen. Ferner sind auch Bewerbungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundestag oder den Landesparlamenten möglich. Zu bedenken ist allerdings, dass hier nur in den selteneren Fällen längerfristige Forschungsarbeiten im Vordergrund stehen, die mit Qualifizierungsarbeiten an Universitäten vergleichbar wären. Vielmehr erhält hier die administrative Begleitung des Abgeordneten größere Relevanz.

3. Verdienst:

Der Dienst wird für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter an einer staatlichen Hochschule nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder entgolten (Entgeltgruppe 13 für Angestellte mit abgeschlossenem Hochschulstudium; 2900 € brutto im ersten Jahr). Bei den Forschungs­ein­richtungen wird der Verdienst variieren.

 

4. Links:

 

5. Literatur:

Ascheron, Claus: Die Kunst des wissenschaftlichen Präsentierens und Publizierens. Ein Praxisleitfaden für junge Wissenschaftler, München 2007.

Arendes, Cord: Politikwissenschaft in Deutschland. Standorte, Studiengänge und Professorenschaft 1949 - 1999, Wiesbaden 2005.

Hennis, Wilhelm: Politikwissenschaft als Beruf. Erzählte Erfahrung eines 75-jährigen, Freiburg i. Br. 1998.

 

Zum Autor:

Henrik Gast ist seit 2006 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft (Schwerpunkt Westeuropa) bei Prof. Dr. Martin Sebaldt, Universität Regensburg. Dort promoviert er seit 2007 zum Themenfeld Politische Führung in der Bundesrepublik Deutschland.


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